HELM-Konzern 2008
Erwartungen 2009
PRESSEERKLÄRUNG vom 12. Mai 2009
Mit dem Jahresabschluss 2008 erreicht der HELM-KONZERN die höchsten Umsätze und Erträge in seiner nunmehr 108-jährigen Geschichte.
Die schon sehr guten Abschlüsse der letzten Jahre wurden wiederum übertroffen trotz der Tatsache, dass im 3. Quartal 2008 Preis-, Mengen- und Margensteigerungen zu Ende gegangen waren. Es kam zum Zusammenbruch des Geschäftes auf breiter Basis und zu einem Absturz der Preise in allen Produktbereichen mit Ausnahme der Pharma, es kam zu einer Lähmung der Finanzmärkte, kaufmännische Logik war außer Kraft gesetzt.
Die Entwicklung in Zahlen:
| - Angaben in Mio. EUR - | 2008 | 2007 | 2006 | Veränderung in % von 2007 auf 2008 |
| Umsatz | ||||
| - Weltumsatz | 9.121 | 7.751 | 5.811 | + 18 |
| - Außenumsatz | 5.050 | 4.094 | 3.158 | + 23 |
| Gewinn | ||||
| - EBITDA | 169 | 118 | 77 | + 43 |
- Ergebnis vor Steuern |
145 | 94 | 47 | + 54 |
| - Konzernergebnis nach Steuern | 103 | 66 | 31 | + 56 |
Diese Ergebnisse ermöglichen es, die Eigenmittel des HELM-KONZERNS auf EUR 336 Mio. anzuheben und somit eine Eigenkapitalquote von 37% zu erreichen.
Ursache für den großen Umsatzsprung waren die Preissteigerungen in den ersten neun Monaten in fast allen Geschäftsbereichen, insbesondere bei den Düngemitteln, als auch der Ausbau des Distributionsgeschäftes im Geschäftsbereich Helm-International.
Der Personalbestand erhöhte sich von 1.285 Mitarbeitern auf 1.324 weltweit, ohne Produktionsbeteiligungen.
Die Strategie der Helm AG, in verschiedene Produktfelder der Chemie zu diversifizieren, ist voll aufgegangen. Flüssig- und Feststoffchemie, Düngemittel, Pflanzenschutz, Pharma und Nutrition haben alle zum Rekord-Ergebnis des Konzerns beigetragen. Problemfelder hat es erstmalig in dieser Geschlossenheit nicht gegeben.
Das 4. Quartal 2008 war insgesamt schwächer als die Vorquartale, brachte aber dennoch positive Ergebnisbeiträge. Umsatzabschwächung und Margenrückgänge wurden weltweit sichtbar.
Die Familien AG mit den Gesellschaftern Hermann Schnabel und Dieter Schnabel hält in Übereinstimmung mit Aufsichtsrat und Vorstand an der Politik des internationalen Marketings der Chemie, sowohl in seinen Strukturen als auch in seiner Geschäftspolitik, unverändert fest. Das Modell der Distribution, Logistik, Produktionsbeteiligungen und technischer Service als Ergänzung zum International Marketing wird fortgesetzt.
Das Aktienkapital von derzeit EUR 50 Mio. wurde rückwirkend per 1.1.2009 aus Eigenmitteln auf EUR 100 Mio. angehoben als Zeichen der Stärke und Kontinuität.
Die bereits im 4. Quartal 2008 eingesetzte weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise findet in 2009 auch in der Chemie ihre Fortsetzung. Massiver Preisverfall ist die Folge:
Produktbereich Flüssigchemie
- Methanol von USD 700/to. auf USD 180/to. aktuell
- Glykole von EUR 1.200/to auf EUR 500/to zwischen Dezember 2008 und heute
Produktbereich Feststoffe
- Bisphenol A von USD 2.000/to auf USD 750/to
- Glyphosate von USD 16/kg auf USD 4,50/kg
Produktbereich Nutrition
- Saccharin Natrium von USD 30/kg in 2008 auf USD 7/kg heute
- Vitamin C von USD 23 auf USD 8/kg in 2008
Die breite Kaufzurückhaltung nicht nur in Deutschland, sondern weltweit, konnte mengenmäßig teilweise nur dadurch abgefangen werden, dass Niedrigstpreise zur Absatzförderung angeboten wurden.
Ein Ende dieser Entwicklung im Absatz ist noch nicht zu erkennen. Die Untergrenze eines generellen Preisniveaus ist aber schon in vielen Produkten sichtbar.
Für 2009 rechnen wir mit deutlichen Umsatzrückgängen, die sowohl auf den im Vergleich zum Vorjahr gesunkenen Preisen beruhen als auch auf dem Ausbleiben von langfristigen Einkaufsverträgen. Verträge auf Jahresbasis gibt es so gut wie gar nicht.
Dennoch erwarten wir für das 1. Halbjahr 2009 ein unter den Umständen zufriedenstellendes Ergebnis auf einem Niveau zwischen 2005 und 2006.
Unsere Produktionsbeteiligungen der vergangenen Jahre mit Investitionen in Trinidad & Tobago und Saudi-Arabien kommen nach Anlagenfertigstellung erstmalig im 2. Halbjahr mit Zusatzmengen zum Tragen. Diese sind:
- 180.000 tons p.a. Essigsäure aus Saudi-Arabien
- 240.000 tons p.a. Vinylacetatmonomer aus Saudi-Arabien
- 1,4 Mio. tons Urea Ammoniumnitrat-Lösung aus Trinidad & Tobago
- 60.000 tons p.a. Melamin aus Trinidad & Tobago
Unter Berücksichtigung des weltweit aktuellen Szenarios von reduzierten Krediten, verstärkten Konkursen, niedrigem Preisniveau und in der Folge bescheidenen Gewinnen ist die HELM AG zufrieden und blickt positiv auf den weiteren Verlauf in 2009.
Der allgemeinen Tendenz, dem schwachen und oftmals negativen Geschäftsverlauf durch radikale Kostenreduzierung eine Wende zu geben, folgt der HELM-KONZERN nicht. Wir sehen die Notwendigkeit, den schwachen Verkaufszahlen durch intensive Kundenkontakte, persönliche Verhandlungen und Reisetätigkeit weltweit entgegenzuwirken und nicht durch Reisestopps zwar Kosten zu sparen, aber Geschäfte zu verhindern. Der aktuelle Kampf um reduzierte Aufträge wird nicht hinter dem Schreibtisch gewonnen.
Die hohe Eigenkapitalkraft von über 37%, eine motivierte Mannschaft - denn Personalreduzierungen wird es nicht geben - sowie eine gute Mischung unterschiedlicher Chemiestandbeine geben dem HELM-KONZERN Halt in einem äußerst schwierigen Marktumfeld.
Die Rekordjahre 2007 und 2008 lassen wir mental hinter uns liegen, denn wir sind auf einem "back to normal - Niveau" angekommen.
Bescheidenheit im geschäftlichen und persönlichen Umfeld ist im HELM-KONZERN angesagt.
HELM und seine weltweite Mannschaft blicken zuversichtlich in die Zukunft.
12. Mai 2009 H E L M A G


