Pressemitteilung: HELM-Konzern – Bilanz 2015

Bilanz 2015: HELM behauptet sich in volatilem Marktumfeld

Hamburg, 18. Mai 2016

Gesamtjahr 2015:

  • Umsatz: 8,5 Milliarden EUR
  • Eigenkapital: 789 Millionen EUR (plus 4 %)
  • Gehandelte Mengen nahezu auf Vorjahresniveau
  • Eröffnung regionales Headoffice Singapur
  • Neuer Zentralbereich Strategic Projects mit ersten Erfolgen

Für den HELM-Konzern war das Jahr 2015 operativ herausfordernd. Schwaches weltwirtschaftliches Wachstum und ein starker Ölpreisverfall zogen ein niedrigeres Preisniveau in der petrochemischen Industrie und im Düngemittelmarkt nach sich. In diesem anspruchsvollen Umfeld konnte HELM die gehandelten Mengen nahezu auf Vorjahresniveau halten. Umsatzrückgänge sind auf den allgemeinen Preisverfall zurückzuführen.

Die konstant hohen Handelsvolumina sind auf die Diversifizierung des Konzerns zurückzuführen. Hans-Christian Sievers, Vorstandsvorsitzender der HELM AG, erläutert: „Die volatilen Märkte in 2015 haben uns erneut gezeigt, dass unsere breite Produktpalette und unsere globale Aufstellung dem HELM-Konzern ein sicheres Fundament bieten. Zwar haben wir Preiseinbrüche von diesem Ausmaß schon lange nicht mehr gehabt – jetzt konnten wir aber zeigen, dass HELM auch in einem volatilen Marktumfeld nach wie vor große Mengen handelt und einen guten Umsatz und ein zufriedenstellendes Betriebsergebnis erzielen kann.“

„Zudem wächst HELM auf sehr solider Basis. Damit das so bleibt, werden die Geschäftsmodelle der einzelnen Geschäftsbereiche weiter in ihren einzigartigen Strukturen gestärkt. Bei Pharma und Crop Protection investiert HELM vor allem in die Forschung und Entwicklung von generischen Produkten. Bei den Geschäftsbereichen Chemicals und Fertilizer setzt HELM auf eine Verlängerung der Lieferkette bis an die Produktion heran.“

Der Weltumsatz vor Konsolidierung und einschließlich des Vermittlungsumsatzes sank preisbedingt auf 8,5 Milliarden EUR (Vorjahr 9,8 Milliarden EUR).

Der Außenumsatz sank um 10 % auf 4,5 Milliarden EUR (Vorjahr 5,0 Milliarden EUR).

Das EBITDA sank 2015 um 116 Millionen EUR und lag bei 70,6 Millionen EUR (Vorjahr 186,1 Millionen EUR).

Das Konzernergebnis nach Steuern lag bei 35,5 Millionen EUR (Vorjahr 141,6 Millionen EUR).

Hans-Christian Sievers ordnet das Konzernergebnis ein: „Der Ergebnisrückgang muss im gesamtwirtschaftlichen Kontext betrachtet werden: Ölpreisverfall, der nachgeordnete Preisverfall und unruhige Märkte haben uns in 2015 beeinflusst. Zudem haben erhebliche Sonderfaktoren das Ergebnis in 2014 positiv und in 2015 in gleicher Weise negativ beeinflusst. Vor diesem Hintergrund haben wir ein solides, für mich zufriedenstellendes Ergebnis erwirtschaftet.“

Hauptabsatzmarkt des HELM-Konzerns in 2015 war Europa mit einem Anteil von 65 %. Es folgten Amerika mit einem Anteil von 24 % und Asien mit einem Anteil von 10 %.

In 2015 setzte HELM strategische Akzente für die heutige und zukünftige Ausrichtung des Konzerns:

Wachstum in Asien steht im Fokus

Mit der Eröffnung eines regionalen Headoffice in Singapur verlagerte HELM Entscheidungskompetenz in den asiatischen Raum, um von dort aus die regionalen Märkte besser durchdringen zu können.

Investitionen in strategische Projekte

Mit dem Anfang 2015 neu gegründeten Zentralbereich Strategic Projects unterstreicht HELM die Relevanz von Beteiligungen an chemischen Anlagen. Zentrale Aufgabe des Bereichs ist, langfristige Beteiligungen und Partnerschaften zu identifizieren und zu entwickeln.

Konsequente Stärkung der Eigenmittel

Auch in herausfordernden Jahren verfolgt HELM den Weg einer konsequenten Thesaurierungspolitik zur Stärkung der Eigenmittel. So kann der HELM-Konzern unabhängig und überlegt agieren. Die Eigenmittel steigen um 30,6 Millionen EUR auf 789 Millionen EUR (Vorjahr 758 Millionen EUR). Mit einer Eigenkapitalquote von 52,6 % (Vorjahr 48,8 %) weist der Konzern eine sehr gute Bilanzstruktur aus. Einem Anlagevermögen von 357 Millionen EUR steht ein Eigenkapital von 789 Millionen gegenüber.

Konzernergebnis: Die Entwicklung in Zahlen

- Angaben in Mio. EUR - 2015 2014 2013
UMSATZ      
- Weltumsatz 8.498 9.764 9.666
  (-13%) (+1%)  
- Außenumsatz 4.540 5.054 5.018
  (-10%) (+1%)  
GEWINN      
- EBITDA 70,6 186,1 120,5
  (-62%) (+55%)  
- Ergebnis vor Steuern 57,0 170,8 109,7
  (-67%) (+56%)  
- Konzernergebnis nach Steuern 35,5 141,6 82,2
  (-75%) (+72%)  
       

Die Entwicklung der Geschäftsbereiche im Überblick

Chemicals: Feedstocks und Derivatives

Trotz gleichbleibender gehandelter Mengen verzeichnete der Unternehmenszweig Chemicals einen Umsatzrückgang von 11 %. Grund hierfür war der Preisverfall der petrochemischen Produkte in Folge des sinkenden Ölpreises.

Zeitgleich wurden jedoch neue Lieferquellen im Bereich Feedstocks für Propylen und Glykole erschlossen. Der Bereich Derivatives konnte den Absatz in den Produkten Glasfasern und Melamin signifikant steigern.

Der Unternehmenszweig Chemicals stellt mit knapp 60 % den größten Umsatzanteil im HELM-Konzern.

Fertilizer:

Der Geschäftsbereich Fertilizer setzte in 2015 bewusst auf eine Reduktion der gehandelten Mengen und insgesamt umsichtiges Handeln. Grund für diese Vorgehensweise war ein sehr volatiler Düngemittelmarkt, der kaufmännische Risiken barg. Im Zuge der bewussten Mengenreduktion und eines deutlichen Preisverfalls lagen Umsatz und Ergebnis unter denen der Vorjahre.

Der Geschäftsbereich setzte jedoch in 2015 positive Akzente im Düngemittelmarkt: Das AHL- und Harnstoffgeschäft in Europa und Amerika wurde ausgebaut. Zudem wurde das Verteilergeschäft in Europa kontinuierlich aufgebaut, neue Lagerkapazitäten in Frankreich, Spanien und an drei englischen Standorten förderten diese Entwicklung.

Der Geschäftsbereich Fertilizer stellt mit 27 % den zweitgrößten Umsatzanteil im HELM-Konzern.

Crop Protection:

Crop Protection konnte in 2015 Marktanteile am weltweiten Pflanzenschutzgeschäft hinzugewinnen. Das lokale Verteilergeschäft in Europa, den USA und Lateinamerika wurde erfolgreich ausgebaut – trotz enormer Einschnitte in den südamerikanischen Märkten aufgrund von Finanzkrisen. Die Investitionen in innovative Produkte zeigen erfreuliche Entwicklungen. In 2015 lag das Augenmerk auf den USA und Südamerika: Beide Länder stehen in Produktaufbau und Produktenwicklung im Fokus.

Pharma:

HELM Pharma verbesserte erneut die operativen Geschäftsergebnisse. Grund hierfür ist die in den letzten Jahren vollzogene strategische Neuausrichtung des Geschäftsbereichs. In 2015 konnte der Geschäftsbereich die Positionierung der Bestandsprodukte mit entscheidenden Partnern in den Kernmärkten leicht ausbauen. Vor allem in Europa wurden Neuprodukte auslizensiert, was kurz- und mittelfristig in weiteren Markteinführungen resultieren wird.

HELM-International:

Die im Geschäftsbereich HELM-International organisierten weltweiten Tochterfirmen hatten 2015 erneut ein sehr erfolgreiches Jahr. Diese weltweite Aufstellung sichert das konstant gute Ergebnis vor allem in Amerika und Europa.

Human Resources:

Im Jahr 2015 ist die Mitarbeiterzahl der weltweiten HELM-Organisation nahezu gleichgeblieben. Am 31.12.2015 waren bei HELM in Hamburg 631 (639), in Deutschland 694 (698) beschäftigt. Weltweit, inklusive Beteiligungen, arbeiten 1.489 (1.501) Mitarbeiter bei HELM.

Ausblick 2016

Im ersten Quartal 2016 zeigt HELM den ersten sichtbaren Erfolg des Bereichs Strategic Projects. HELM beteiligt sich gemeinsam mit seinem langjährigen Partner PROMAN zu

50 % an einer Methanolanlage in Texas, USA, am Golf von Mexiko. Die Anlage befindet sich im Bau und wird bereits 2017 in Betrieb genommen. HELM agiert als Investor und als Abnehmer des Produkts – 1,75 Millionen mt pro Jahr. Mit der Verlängerung der Lieferkette bis hin zur Produktion von chemischen Produkten schärft HELM das Profil der Geschäftsbereiche Fertilizer und Chemicals. Das Investitionsvolumen gemeinsam mit PROMAN liegt bei 680 Millionen USD, HELM investiert 170 Millionen USD.

Hans-Christian Sievers gibt einen Ausblick auf die Geschäfte von HELM im laufenden Jahr: “Wir haben es in 2016 nach wie vor mit einem niedrigen Preisniveau zu tun, die Preise scheinen sich eingependelt zu haben. In 2016 setzen wir also weiter auf die Innovationskraft von HELM. Neue Formulierungen, angepasste Lieferketten und Services, die wir mit unseren vielen Standorten für unsere Kunden vor Ort bieten können. Gerade haben wir ein Verkaufsbüro in Houston eröffnet, also ganz nah dran am amerikanischen petrochemischen Markt.“

Über HELM

Die HELM AG ist ein traditionsreiches Hamburger Familienunternehmen mit über 115-jähriger Geschichte. Als multifunktionale Vertriebsorganisation bearbeitet HELM Chemikalien (Feedstocks und Derivatives), Pflanzenschutzmittel, pharmazeutische Wirkstoffe, Arzneimittel und Medizinprodukte sowie Düngemittel. HELM gehört heute zu den weltweit größten Chemie-Marketingunternehmen und sichert mit mehr als 100 Niederlassungen, Verkaufsbüros und Beteiligungen in über 30 Ländern durch spezifische regionale Kenntnis den Zugang zu den wichtigsten Märkten.