Pressemitteilung: HELM-Konzern – Bilanz 2016

HELM verzeichnet ölpreisbedingten Umsatzrückgang. Verluste assoziierter Unternehmen belasten das Ergebnis.

Hamburg, 11. Mai 2017

Gesamtjahr 2016:

  • Umsatz: 6,9 Milliarden EUR (minus 18 %)
  • Verluste in Produktionsbeteiligungen in Trinidad und Tobago 
  • Gehandelte Mengen leicht gesteigert (plus 4 %)
  • Investition in die größte Methanolanlage Nordamerikas
  • Summe Investitionen Zeitraum 2016-2018: 500 Millionen EUR
  • Eigenkapital: 763 Millionen EUR

Das Geschäftsjahr 2016 des HELM-Konzerns wurde deutlich und erneut von einem sehr niedrigen Ölpreis bestimmt. Zu Beginn des Jahres lag der Preis für ein Barrel unter 30 USD, rund 40% niedriger als noch zu Beginn des Jahres 2015. Der Ölpreisverfall sorgte nachgeordnet für niedrige Preise petrochemischer Produkte. Der Umsatzrückgang des HELM-Konzerns beruht auf dem niedrigen Preisniveau. Die gehandelten Mengen wurden im Vergleich zum Vorjahr um 4 % erhöht. Die Handelsmarge konnte leicht gesteigert werden, sodass der Warenrohgewinn trotz Umsatzrückgang gehalten wurde. Verluste assoziierter Unternehmen belasteten das Ergebnis des HELM-Konzerns. Es wurde ein geringer Vorsteuergewinn in Höhe von 2,8 Millionen EUR (im Vorjahr 57 Millionen EUR) erzielt, der Konzernabschluss nach Steuern weist einen Verlust aus.

Hans-Christian Sievers, Vorstandsvorsitzender des HELM-Konzerns ordnet das vergangene Jahr ein: „Operativ konnten wir uns in dem schwierigen Umfeld niedriger Preise und zunehmender politischer Unsicherheiten behaupten – und trotzdem müssen wir für das vergangene Geschäftsjahr ein negatives Betriebsergebnis vermelden. Die Minderheitsbeteiligung für Methanol MHTL in Trinidad und Tobago sorgte für Verluste. Eine schwierige Kombination aus sehr niedrigen Methanolpreisen, eingeschränkter Gasversorgung zum Betrieb unserer Anlagen und größeren Wartungsarbeiten beschränkten die Kapazität und resultierten in einem Verlust. Inzwischen hat sich der Methanolpreis erholt und die Gasversorgung verbessert.“

Der Weltumsatz vor Konsolidierung und einschließlich des Vermittlungsumsatzes sank preisbedingt um 18 % auf 6,935 Milliarden EUR (Vorjahr 8,498 Milliarden EUR).

Der Außenumsatz sank um 15 % auf 3,867 Milliarden EUR (Vorjahr 4,540 Milliarden EUR).

Das EBITDA sank 2016 um 50,4 Millionen EUR und lag bei 20,2 Millionen EUR (Vorjahr 70,6 Millionen EUR).

Das Konzernergebnis vor Steuern lag bei 2,8 Millionen EUR (Vorjahr 57 Millionen EUR).

Das Konzernergebnis nach Steuern lag bei -15,6 Millionen EUR (Vorjahr 35,5 Millionen EUR).

Hauptabsatzmarkt des HELM-Konzerns in 2016 war Europa mit einem Anteil von 57 %. Es folgen Amerika mit einem Anteil von 29 % und Asien mit einem Anteil von 13 %.

In 2016 setzte HELM strategische Akzente für die zukünftige Ausrichtung des Konzerns:

Investition in die größte Methanolanlage Nordamerikas in Beaumont, Texas

Gemeinsam mit dem langjährigen Partner PROMAN investierte HELM 680 Millionen USD (HELM-Anteil 170 Millionen USD) in die größte Methanolanlage Nordamerikas, Natgasoline LLC. Die Anlage befindet sich bereits im Bau und wird Ende 2017 fertiggestellt. Die neue Anlage wird über eine Kapazität von 1,75 Millionen mt. p.a. verfügen. Der HELM-Konzern baut so seine bereits führende Position als Vermarkter von Methanol weiter aus.

Finaler Schritt zur Marktzulassung eines Osteoporosemedikaments

Das Joint Venture Richter-Helm BioTec GmbH & Co. KG hat die Zulassungsempfehlung der Europäischen Kommission für ein neues Medikament bekommen. Das neue Medikament heißt Terrosa Teriparatide. Es wird zur Behandlung von Osteoporose eingesetzt und reduziert bei bestimmten Patientengruppen das Risiko von Knochenbrüchen. Anfang 2017 erhielt das Medikament die finale Marktzulassung.

Erfolgreicher Zukauf eines Schilddrüsenmedikaments

HELM Pharma setzt gezielt auf strategisch sinnvolle Zukäufe. Das in 2016 erworbene Schilddrüsenmedikament wird bereits seit mehr als 100 Jahren bei Schilddrüsenerkrankungen eingesetzt – neu ist die patentierte flüssige Darreichungsform, die eine exakte sowie niedrige Dosierung des Wirkstoffes ermöglicht und die Einnahme erleichtert.

Hans-Christian Sievers: „Mit diesen Investitionen beweisen wir, dass wir bei HELM langfristig und zukunftsorientiert handeln. Als Familienunternehmen haben wir die Möglichkeit, in längeren Zeiteinheiten zu agieren. Wir nutzen diese Möglichkeit und haben uns in 2016 gut aufgestellt, um für die kommenden Jahre das Geschäft zu sichern. Insgesamt haben wir für den Zeitraum von 2016-2018 rund 500 Millionen EUR vorgesehen, um den Ausbau der Geschäftsfelder Chemicals, Fertilizer, Crop Protection und Pharma weiter voranzutreiben.“

Konzernergebnis: Die Entwicklung in Zahlen

- Angaben in Mio. EUR - 2016 2015 2014
UMSATZ
- Weltumsatz 6.935 8.498 9.764
(-18%) (-13%)
- Außenumsatz 3.867 4.540 5.054
(-15%) (-10%)
GEWINN
- EBITDA 20,2 70,6 186,1
(-71%) (-62%)
- Ergebnis vor Steuern 2,8 57,0 170,8
(-95%) (-67%)
- Konzernergebnis nach Steuern -15,6 35,5 141,6
(-144%) (-75%)

Die Entwicklung der Geschäftsfelder im Überblick

Chemicals: Feedstocks und Derivatives

Das Geschäftsfeld Chemicals, bestehend aus den Geschäftsbereichen Feedstocks und Derivatives, vermarktet Basisprodukte der chemischen Industrie. Die Halbierung des Rohölpreises gegenüber dem langjährigen Niveau von ca. 100 USD/Barrel wirkte sich wie schon im Vorjahr negativ auf den Erfolg im Geschäftsjahr 2016 aus. Darüber hinaus erhöhte sich der Druck auf die Margen bedingt durch Überkapazitäten. Trotz einer leichten Mengensteigerung von 7 % verzeichnete das Geschäftsfeld einen Umsatzrückgang von 14,6 %. Insgesamt wurde im Geschäftsfeld Chemicals ein Außenumsatz von 2.313,5 Millionen EUR erzielt.

Fertilizer:

Im Umfeld fallender Energiepreise erlebten auch die Weltmarktpreise für Dünger einen Abschwung. Neben dem Einfluss des Ölpreises sorgte ein Überangebot an Stickstoffprodukten und Phosphaten für einen Preisverfall. Eine Rekordernte in den USA wirkte verschärfend auf die Preissituation. HELM konnte die gehandelten Mengen auf Vorjahresniveau halten. Das Geschäftsfeld Fertilizer erzielte einen Außenumsatz von  972,8 Millionen EUR. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 21,5 % ist vor allem auf die Preissituation zurückzuführen.

2016 wurde in den Ausbau des Verteilergeschäfts investiert: Neue Terminals in Bilbao und Barcelona, Spanien, sowie in Koper, Slowenien, wurden angemietet. In den USA wurden die eigenen Terminals in Memphis, Tennessee, und Helena, Arkansas, ausgebaut.

Crop Protection:

Das Jahr 2016 war von weiterhin niedrigen Commodity-Preisen geprägt, die Erträge der Landwirte waren dementsprechend gering. Hohe Lagerbestände von Pflanzenschutzmitteln für alle wichtigen Kulturen weltweit führten zu massivem Preisdruck, in dessen Folge der Markt sogar leicht schrumpfte. Trotz des schwierigen Marktumfeldes ist es gelungen, den Umsatzerlös zum Vorjahr um 11,2 % auf EUR 260 Millionen zu steigern. Hauptabsatzmarkt für die Produkte des Geschäftsfeldes Crop Protection ist Lateinamerika, gefolgt von Nordamerika und Europa.

Pharma:

In 2016 wurde das Produktportfolio des Geschäftsfeldes Pharma, das individuell auf Zielmärkte- und Zielkunden ausgerichtet ist, weiter ausgebaut. Neben dem Fokus auf die Therapiegebiete Onkologie, Hormone, Antiinfektiva, zentrales Nervensystem (ZNS) und Herz/Kreislauf bietet HELM nun in den einzelnen Märkten auch Entwicklungs- und Labortätigkeiten an, um eine effiziente und qualitativ hochwertige Fertigproduktherstellung zu gewährleisten. Das Geschäftsfeld Pharma erzielte einen Außenumsatz von 205,7 Millionen EUR.

HELM International:

Mit über 100 Niederlassungen in mehr als 30 Ländern ist HELM international aufgestellt. Die im Geschäftsbereich HELM International organisierten Tochtergesellschaften sorgten im vergangenen Geschäftsjahr für stabile, sehr gute Erträge. 2016 wurde mit HELM Suisse in Zürich, Schweiz, eine weitere Tochtergesellschaft gegründet. Ein neues Verkaufsbüro wurde Anfang 2017 in Busan, Korea, gegründet.

Human Resources:

Im Jahr 2016 ist die Mitarbeiterzahl der weltweiten HELM-Organisation nahezu gleich geblieben. Am 31.12.2016 waren bei HELM in Hamburg 623 (631) und deutschlandweit 684 (694) Mitarbeiter beschäftigt. Weltweit, inklusive Beteiligungen, arbeiten 1.495 (1.489) Mitarbeiter bei HELM. 

Ausblick 2017

HELM ist gut in das Geschäftsjahr 2017 gestartet. Neben einem Ölpreis, der im ersten Quartal erholt erscheint, steigen auch die Gaspreise.
Seit Beginn 2017 ist eine Zunahme der Produktpreise in chemischen Produkten zu verzeichnen. In einigen Produkten sind sogar relevante Preissprünge zu beobachten.

Hans-Christian Sievers: „Wir erwarten ein gutes erstes Halbjahr und rechnen mit einer Umsatzsteigerung von 14 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.“

Über HELM:

Die HELM AG ist ein traditionsreiches Hamburger Familienunternehmen mit über 116-jähriger Geschichte. Als multifunktionale Vertriebsorganisation bearbeitet HELM Chemikalien (Feedstocks und Derivatives), Pflanzenschutzmittel, pharmazeutische Wirkstoffe, Arzneimittel und Medizinprodukte sowie Düngemittel. HELM gehört heute zu den weltweit größten Chemie-Marketingunternehmen und sichert mit mehr als 100 Niederlassungen, Verkaufsbüros und Beteiligungen in über 30 Ländern durch spezifische regionale Kenntnis den Zugang zu den wichtigsten Märkten.

Sophie Wehofsich

Abteilungsleiterin Unternehmenskommunikation

Tel +49 40 2375-1853

send e-mail